Alles, was Sie über die Pille danach wissen möchten

Dr Joanna Pike

Englische Version überprüft von Dr Joanna Pike im März 23, 2020
Geschrieben von Jennifer Walker.

Es kann gelegentlich vorkommen, dass eine Verhütung beim Geschlechtsverkehr versagt hat oder vergessen wurde. In diesen Fällen kann die Pille danach hilfreich sein. Ganz gleich, ob vielleicht das Kondom gerissen ist, die Einnahme der Antibabypille vergessen wurde oder Leidenschaft Sie nicht hat an Verhütung denken lassen, kann die Pille danach einen zusätzlichen Schutz vor einer Schwangerschaft bieten. Aber was ist eigentlich die Pille danach, wie wirkt sie, wann können Sie sie einnehmen und wo können Sie sie bekommen? Sie haben möglicherweise viele Fragen zur Pille danach oder zu anderen Formen der Notfallverhütung. Deshalb beantworten wir an dieser Stelle die am häufigsten gestellten Fragen zu diesem Thema.

1.
Was ist die Pille danach?

Die Pille danach ist eine Form der Notfallverhütung, die eingenommen werden kann, wenn beim Geschlechtsverkehr nicht verhütet wurde oder die Verhütung versagt hat. Es gibt zwei Arten von Pillen. Die erste Art enthält Levonorgestrel, ein synthetisches Progesteron. Bei der zweiten Art handelt es sich um Ulipristalacetat. Beide Arten von Pillen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie können die Pille danach auch in einigen Kliniken für sexuelle Gesundheit oder Familienplanung erhalten.

2.
Wie funktioniert die Pille danach?

Levonorgestrel verzögert die Freisetzung einer Eizelle, sodass Spermien die Eizelle nicht befruchten können, da sie nur bis zu 5 Tage im Körper der Frau überleben können. Ulipristalacetat hemmt die normale Funktion von Progesteron und verhindert bzw. verzögert die Freisetzung einer Eizelle.  


Bei beiden Methoden kann jedoch nicht garantiert werden, dass eine Schwangerschaft verhindert wird: Wenn Sie bereits vor der Einnahme der Pille danach einen Eisprung hatten, wirkt sie nicht. Eine Schwangerschaft wird auch nicht beendet, wenn die Eizelle bereits befruchtet wurde. Die Pille danach ist kein Medikament für einen Schwangerschaftsabbruch und stellt keine Gefahr für eine bestehende Schwangerschaft dar.  

3.
Wann können Sie die Pille danach einnehmen?

Die Pille danach verhindert, dass eine Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird, daher ist es am besten, wenn sie so bald wie möglich eingenommen wird. Es wird empfohlen, Levonorgestrel innerhalb von 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr einzunehmen. Ulipristalacetat kann bis zu 120 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, allerdings nimmt die Wirksamkeit ab, je länger Sie warten – nachstehend finden Sie weitere Informationen hierzu.  

4.
Wie wirksam ist die Pille danach?

Studien haben gezeigt, dass ca. 1,2 % der Frauen, die nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eine Notfallverhütungspille auf Basis von Ulipristalacetat einnehmen, schwanger werden.1 Bei Anwendung der Pille auf Basis von Levonorgestrel werden 1,2 bis 2,1 % der Frauen schwanger.2 Die Wirksamkeit aller Notfallverhütungspillen nimmt ab, je länger Sie mit der Einnahme warten, und wird durch andere Faktoren wie einem höheren Body-Mass-Index (BMI) verringert.

5.
Wo kann ich die Pille danach bekommen?

Die Pille danach ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. 

6.
Was ist, wenn sie nicht wirkt?

Die Pille danach verzögert den Eisprung, daher verhindert sie die Empfängnis nicht, wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat. Die Pille danach verhindert weder die Weiterentwicklung einer befruchteten Eizelle noch verhindert sie deren Einnistung. 

Wenn Sie schwanger sind, können Sie die verschiedenen Optionen mit Ihrem Arzt besprechen. 

7.
Hat die Pille danach irgendwelche Nebenwirkungen?

Wie jedes Medikament hat auch die Pille danach einige bekannte Nebenwirkungen, die bei Ihnen auftreten können oder auch nicht, wie z. B.:

  • Übelkeit oder Erbrechen 
  • Müdigkeit 
  • Schwindel 
  • Brustempfindlichkeit 
  • Kopfschmerzen 
  • Schmierblutung zwischen den Perioden 
  • Starke Menstruationsblutung 
  • Krämpfe oder Schmerzen im Unterleib

8.
Gibt es andere Methoden zur Notfallverhütung?

Neben den beiden Arten von Pillen gibt es das Intrauterinpessar (IUP). Dabei handelt es sich um eine kleine Vorrichtung aus Kunststoff und Kupfer, die von einem Arzt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Kupfer wird freigesetzt und verhindert die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter sowie die Befruchtung der Eizelle. Das Intrauterinpessar kann bis zu fünf Tage nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr als eine Form der Notfallverhütung verwendet werden und als langfristiges Verhütungsmittel in der Gebärmutter verbleiben. Diese Form der Notfallverhütung ist am wirksamsten. Weniger als 1 % der Frauen, die ein IUP verwenden, werden schwanger.3 

Die meisten Frauen können ein IUP verwenden, auch wenn sie stillen.3  Jedoch können in seltenen Fällen einige seltene Nebenwirkungen auftreten, wie z. B.:  

  • Schmerzen 
  • Infektion
  • Schädigung der Gebärmutter
  • Ausstoßen des IUP aus der Gebärmutter
  • Stärkere, schmerzhaftere Perioden 

Die Pille danach eignet sich zur Notfallverhütung, wenn die von Ihnen regelmäßig verwendete Verhütungsmethode versagt hat, und sollte nicht regelmäßig als Verhütungsmethode verwendet werden. Da nicht garantiert ist, dass Sie nach der Einnahme der Pille danach nicht schwanger werden, sollten Sie einen Schwangerschaftstest durchführen, wenn Ihre Periode ausbleibt oder Sie Sorge haben, schwanger zu sein.