Wodurch wird entschieden, ob Ihr Kind ein Junge oder ein Mädchen wird?

Ob Ihr Kind ein Junge oder ein Mädchen wird, wird durch das Chromosom bestimmt, das es vom Vater vererbt bekommt. Die Eizelle der Mutter enthält immer ein X-Chromosom (weiblich). Die Samenzelle enthält allerdings entweder ein weibliches oder ein Y-Chromosom (männlich). Wenn die Eizelle befruchtet wird, verbinden sich die Chromosomen. Bei der Kombination XY entsteht ein Junge und bei der Kombination XX ein Mädchen. 

 

X- oder Y-Chromosom

 

Kann man Einfluss darauf haben, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird?

Laut Statistik ist die Wahrscheinlichkeit für einen Jungen oder ein Mädchen fast gleich hoch und es gibt keinen medizinischen Nachweis darüber, dass wir Einfluss darauf haben können.
Möglicherweise haben Sie jedoch von der „Shettles-Methode“ gehört. Dr. Shettles fand in den 1970er-Jahren heraus, dass weibliche und männliche Samenzellen unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Er glaubte, dass die Bestimmung dieser Unterschiede Paaren helfen könne, einen Jungen oder ein Mädchen zu zeugen.1

Der richtige Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr

Der Wettlauf zur Eizelle ...
Shettles fand heraus, dass männliche Samenzellen kleiner sind, schneller schwimmen und eine kürzere Lebensdauer aufweisen als weibliche Samenzellen. Er war überzeugt davon, dass bei Geschlechtsverkehr um den Zeitpunkt des Eisprungs, die männliche Samenzelle die Eizelle wahrscheinlich vor der weiblichen Samenzelle erreichen würde. Wenn es dann zu einer Befruchtung der Eizelle käme, würde das Paar einen Jungen bekommen. Es wurde festgestellt, dass weibliche Samenzellen langsamer, und stärker sind und länger überleben als männliche Samenzellen. Das heißt, dass Geschlechtsverkehr zu einem früheren Zeitpunkt im „Fruchtbarkeitsfenster“ bedeuten würde, dass die Samenzellen immer noch für die Befruchtung der Eizelle vorhanden seien und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein Mädchen bestünde.
Obwohl dies eine faszinierende Theorie ist, haben Studien inzwischen gezeigt, dass der Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs in Bezug auf den Eisprung keinen wirklichen Einfluss darauf hat, ob ein Junge oder ein Mädchen entsteht.2
Unabhängig davon, ob Sie sich einen Jungen oder ein Mädchen wünschen, sollten Sie bedenken, dass es in jedem Zyklus nur ein paar wenige Tage möglich ist, schwanger zu werden. Der Clearblue Advanced Ovulationstest kann 4 oder mehr fruchtbare Tage identifizieren, sodass Sie mehr Chancen haben, schwanger zu werden.3

Positionen beim Geschlechtsverkehr

Darüber hinaus behauptete Shettles, dass die Position beim Geschlechtsverkehr während der Ejakulation des Mannes Einfluss darauf haben könne, ob ein Junge oder ein Mädchen gezeugt würde. Eine tiefe Penetration (z. B. wie bei der Hündchenstellung) bedeute, dass die männlichen Samenzellen, die schneller schwimmen können, näher am Gebärmutterhals starteten und somit die Eizelle wahrscheinlich früher erreichten, was die Entstehung eines Jungen nach sich zöge. Zur Zeugung eines Mädchens empfahl Shettles, eine tiefe Penetration zu vermeiden und Geschlechtsverkehr in der Missionarsstellung zu haben.
Dies ist eine weitere interessante Theorie, allerdings gibt es hierfür keinerlei Belege. Dr. Michael Thomas MD (Fruchtbarkeitsspezialist) mahnt sogar, dass es keine Methoden zur Beeinflussung des Geschlechts des Kindes (einschließlich der Positionen beim Geschlechtsverkehr) gibt.

Spezielle Ernährung

Der Zervixschleim ist zum Zeitpunkt des Eisprungs, wenn er alkalischer (basischer) ist, am „spermienfreundlichsten“. Vor dem Eisprung ist der Schleim säurehaltiger, was kein ideales Milieu für Spermien ist, weshalb nur die besten Spermien überleben. Shettles legte nahe, dass durch ein säurehaltigeres Milieu in der Vagina, eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, dass die stärkeren weiblichen Samenzellen überleben und somit ein Mädchen gezeugt wird. Eine basischere Umgebung ist besser für die männlichen Samenzellen und somit besser für die Zeugung eines Jungen. Sie können zwar versuchen, anhand Ihrer Ernährung Einfluss auf den pH-Wert Ihrer Vagina zu nehmen, allerdings gibt es bisher keine Nachweise darüber, dass diese Methode funktioniert.

Kann ich mit Zwillingen schwanger werden?

Zwillinge entstehen, wenn sich mehr als ein Baby in der Gebärmutter entwickeln. Es gibt 2 Arten von Zwillingen: zweieiige Zwillinge (wenn mehr als eine Eizelle befruchtet wird) und eineiige Zwillinge (wenn sich eine befruchtete Eizelle in der Frühschwangerschaft teilt).
In den letzten 20 Jahren kommen Zwillinge immer häufiger vor – dies ist größtenteils auf den Einsatz von Fruchtbarkeitsbehandlungen zurückzuführen.

 

Zwillinge

 

Man kann keinen Einfluss darauf haben, mit Zwillingen schwanger zu werden, allerdings gibt es einige Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit dafür erhöhen können:

  • Assistierte Reproduktionstechnologie (ART) – wie z. B. die In-vitro-Fertilisation (IVF), bei der die Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet werden. Möglicherweise werden mehrere Embryos produziert und das Paar muss sich vielleicht entscheiden, ob einer oder mehrere Embryos in der Gebärmutter eingepflanzt werden. Wenn es sich für das Einpflanzen von zwei oder mehr Embryos entscheidet, besteht die Möglichkeit, dass sich mehr als einer dieser Embryos einnistet und das Paar mehr als ein Baby bekommt.
  • Medikamente: Bei Frauen, die Medikamente zur Auslösung des Eisprungs einnehmen (z. B. Clomiphencitrat), die die Eierstöcke zur Produktion von Eizellen anregen, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft.4
  • Alter: Bei Frauen, die älter als 35 Jahre sind, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, Zwillinge zu bekommen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ältere Frauen mehr follikelstimulierendes Hormon (FSH) produzieren, was wiederum der Grund dafür sein kann, dass während des Eisprungs mehrere Eizellen freigesetzt werden.4
  • Vererbung: Wenn eine Frau selbst Zwilling ist oder Zwillinge in ihrer Familie hat, bestehen höhere Chancen, dass sie selbst Zwillinge bekommt. Dies ist auf die erbliche Veranlagung zurückzuführen, während des Eisprungs mehr als eine Eizelle freizusetzen.5