Unfruchtbarkeit und Fruchtbarkeitsstörungen

Unfruchtbarkeit betrifft einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung – etwa 9 bis 15 % der Paare in Großbritannien haben Fruchtbarkeitsstörungen1. In diesem Artikel befassen wir uns mit verschiedenen Faktoren, die sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu Fruchtbarkeitsstörungen führen können, sowie mit der Frage, was Unfruchtbarkeit ist und wie sie diagnostiziert wird, was das Risiko von Fruchtbarkeitsstörungen erhöhen kann, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und vieles mehr.

Wie lange dauert es, schwanger zu werden?
  • Etwa 30 % aller Fälle von Unfruchtbarkeit sind der Frau zuzuordnen, weitere 30 % dem Mann und 30 bis 40 % können mit beiden Partnern in Verbindung stehen oder haben keine eindeutige Ursache1.
  • Bei Frauen steht Unfruchtbarkeit häufig mit den Hormonen oder Störungen der Eileiter oder der Gebärmutter in Zusammenhang.
  • Wenn eine Frau keinen Eisprung hat, sollte dies so schnell wie möglich festgestellt werden, damit der Arzt geeignete Maßnahmen einleiten kann.
  • Bei Männern wird Unfruchtbarkeit häufig durch eine geringe Spermienzahl und eine erektile Dysfunktion verursacht.
  • Aspekte der Lebensführung, wie Gewicht sowie Nikotin- und Alkoholkonsum, können bei Männern und Frauen die Fruchtbarkeit verringern.
  • Wenn Sie seit einem Jahr erfolglos versuchen, schwanger zu werden, und Sie unter 35 Jahren sind, sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen. Wenn Sie älter als 35 Jahre sind, sollten Sie bereits nach 6 Monaten einen Arzt aufsuchen. Sind Sie über 40 Jahre alt, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt.

Was ist Unfruchtbarkeit?

Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn ein Paar sich um ein Baby bemüht, aber trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres nicht schwanger werden kann.

Viele Paare – und zwar die Hälfte – haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden, weil sie den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs falsch wählen2 und die fruchtbaren Tage der Frau verpassen.

Wenn Sie jedoch regelmäßig Geschlechtsverkehr haben und nach einem Jahr (oder nach sechs Monaten, wenn Sie über 35 Jahre alt sind) immer noch nicht schwanger geworden sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, da entweder Sie oder Ihr Partner oder sogar beide unfruchtbar sein könnten. 

Was sind die Symptome und Anzeichen für Unfruchtbarkeit?

Unfruchtbarkeit kann viele verschiedene Ursachen haben, so dass die Symptome von der zugrunde liegenden Ursache abhängen können.

Das wichtigste und universelle Symptom ist natürlich die Unfähigkeit, schwanger zu werden. Bei Frauen kann ein weiteres Anzeichen sein, dass ihre Menstruationszyklen zu lang, zu kurz, unregelmäßig oder ausbleibend sind. Denn dies kann ein Hinweis darauf sein, dass kein Eisprung stattfindet.

Ansonsten gibt es keine Anzeichen oder Symptome, die auf Unfruchtbarkeit hindeuten.

Sie sollten Ihren Arzt zu Rate ziehen, wenn Folgendes zutrifft:

  • Sie versuchen schon seit über einem Jahr schwanger zu werden.
  • Sie sind über 35 und versuchen seit 6 Monaten, ein Kind zu bekommen.
  • Sie haben einen bestimmten Grund, der Ihnen Sorgen um Ihre Fruchtbarkeit bereitet.

Was kann Unfruchtbarkeit und Fruchtbarkeitsstörungen verursachen?

Sowohl bei Männern als auch Frauen kann Unfruchtbarkeit viele Gründe haben. Im Folgenden finden Sie einige der häufigsten Erkrankungen und andere Ursachen, die zu Fruchtbarkeitsstörungen bei Frauen, Männern und Paaren führen können. 

Denken Sie daran, dass diese Liste nicht erschöpfend ist und dass Ihr Arzt als fachlicher Experte eine Diagnose auf Grundlage Ihrer individuellen Situation stellen wird.

Was kann Unfruchtbarkeit bei Frauen verursachen? 

Bei Frauen gibt es zwei häufige Bereiche, die eine Schwangerschaft erschweren: Hormonelle Störungen und Störungen im Bereich der Eileiter oder der Gebärmutter.

1. Hormonelle Störungen

Anovulation

Der Eisprung wird durch Ihre Fruchtbarkeitshormone gesteuert. Wenn Ihr Hormonspiegel aus irgendeinem Grund gestört ist, kann sich dies auf den Eisprung auswirken. Anovulation bedeutet, dass der Eierstock der Frau nicht in der Lage ist, Eizellen zu produzieren, diese ausreifen zu lassen bzw. freizusetzen. Ein Zeichen dafür kann beispielsweise eine unregelmäßige Periode oder ihr Ausbleiben sein.

Bei den meisten Frauen kommt es im Laufe ihrer gebärfähigen Lebensphase irgendwann zu Menstruationszyklen ohne Eisprung. Bei jungen Frauen, deren Periode erst begonnen hat, oder bei älteren Frauen, die sich der Menopause nähern, kommt dies häufig vor, aber auch bei gesunden Frauen mit einem regelmäßigen Menstruationszyklus treten Zyklen ohne Eisprung auf.

Einige Frauen leiden unter einem chronischen Ausbleiben des Eisprungs (chronische Anovulation), was ein Hinweis auf eine zugrunde liegende hormonelle Störung sein kann, wie z. B. das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), das eine natürliche Empfängnis erschwert.3

Hormonelle Störungen, die sich auf den Eisprung auswirken, können von vielen Faktoren abhängen. Dazu zählen starke Gewichtsveränderungen, Stress, anstrengender Sport und Krankheiten.

Wenn eine gesunde Frau mit einem regelmäßigen Menstruationszyklus Ovulationstests oder den Clearblue Fertilitätsmonitor Advanced verwendet und vereinzelte Zyklen ohne Eisprung feststellt, so ist dies ganz normal und sollte keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Wenn Sie mit Ovulationstests jedoch in drei aufeinanderfolgenden Zyklen keinen LH-Anstieg erkennen können („Hohe Fruchtbarkeit“ beim Clearblue Ovulationstest Fortschrittlich & Digital), empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Der Begriff „polyzystische Eierstöcke“ beschreibt Eierstöcke, die zahlreiche kleine „Zysten“ oder Follikel mit nicht richtig ausgereiften Eizellen enthalten, die häufig durch ein hormonelles Ungleichgewicht entstehen. 

Zu den Symptomen zählen unregelmäßige Perioden oder das Ausbleiben von Perioden, Gewichtszunahme sowie Probleme, schwanger zu werden. In Großbritannien leidet schätzungsweise eine von zehn Frauen an polyzystischen Eierstöcken.4 Es ist jedoch möglich, dass eine Frau mehrere Zysten an den Eierstöcken hat, ohne an PCOS zu leiden.  

Am 13. April 2020 erfuhren mein Mann und ich, dass wir Eltern werden würden. ENDLICH. Wir hatten 1,5 Jahre lang versucht, schwanger zu werden.
Bei mir wurde mit 16 Jahren PCOS diagnostiziert, und ich hätte nie gedacht, dass ich einmal schwanger werden könnte. Wir haben uns durchgekämpft und nie aufgegeben. Ich bin jetzt 27 und kann es kaum erwarten, im Dezember unser Baby in den Händen zu halten. 
Danke Clearblue, dass Sie für so klare Ergebnisse gesorgt haben!

Andrea, USA (2020) – Weitere Geschichten unter #Kinderwunsch 
 

Kurze Gelbkörperphase

Ist der Zeitraum zwischen Ihrem Eisprung und dem Beginn Ihrer nächsten Periode zu kurz (kürzer als 10 Tage) kann dies bedeuten, dass Sie zwar schwanger werden können, aber dass die befruchtete Eizelle abgestoßen wird, bevor Sie sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. 

Sie können feststellen, dass Sie eine kurze Gelbkörperphase haben, wenn Sie einen Ovulationstest oder einen Fertilitätsmonitor verwenden, um den Tag Ihres Eisprungs zu bestimmen, und feststellen, dass Ihre Periode kurz danach einsetzt (weniger als 10 Tage).

Um die Länge Ihrer Gelbkörperphase zu bestimmen, zählen Sie die Tage ab dem zweiten Tag mit maximaler Fruchtbarkeit bis zum Beginn der Periode. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Gelbkörperphase zu kurz ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, da dies möglicherweise behandelbar ist.

Meine Zyklen sind sehr kurz. Ist das der Grund, warum ich nicht schwanger werde?

Professor Michael Thomas

Die normale Zykluslänge beträgt zwischen 23 und 35 Tagen. Zyklen, die länger oder kürzer sind, können möglicherweise mit Fruchtbarkeitsstörungen zusammenhängen. Im Laufe der gebärfähigen Jahre einer Frau liegen die Zyklen in der Regel in diesem Zeitrahmen. Wenn Ihre Zyklen meistens kürzer als 23 Tage sind, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Verwendung eines Fertilitätsmonitors oder Ovulationstests zur Heimanwendung unterstützt Sie dabei, den Zeitpunkt des Eisprungs vorherzusagen.

Frühe Menopause

Sobald Sie in der Menopause sind, ist eine Schwangerschaft nicht mehr möglich. In der Zeit vor der Menopause (die Perimenopause) kann es sehr schwierig sein, schwanger zu werden. Wenn Ihre Mutter eine frühe Menopause hatte, erhöht sich auch bei Ihnen die Wahrscheinlichkeit für eine frühe Menopause. Versuchen Sie daher herauszufinden, in welchem Alter Ihre Mutter in die Wechseljahre kam. Wenn sie früh in die Menopause kam, sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Familienplanung sprechen.

2. Störungen im Bereich der Eileiter oder der Gebärmutter

Die Eileiter transportieren die Eizelle vom Eierstock in die Gebärmutter. Eine Blockade in Ihren Eileitern verhindert, dass Sperma die Eizelle erreichen kann; Tumore in der Gebärmutter können das Einnisten einer befruchteten Eizelle verhindern. Im Folgenden werden einige dieser möglichen Störungen ausführlicher beschrieben.

Unbehandelte Chlamydieninfektion

Die häufigste Ursache für eine Blockade der Eileiter ist eine unbehandelte Chlamydieninfektion. Bei Chlamydien handelt es sich um eine häufig auftretende Infektion, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. 

Manche Frauen sind sich überhaupt nicht bewusst, dass sie jemals eine Chlamydieninfektion hatten, da häufig keine Symptome auftreten. Wenn die Möglichkeit besteht, dass Sie eine Chlamydieninfektion gehabt haben, sollten Sie bei Ihrem Arzt einen Test durchführen lassen.

Myome der Gebärmutter

Hierbei handelt es sich um anormale Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, die zu einer Blockade der Eileiter führen können oder verhindern, dass eine befruchtete Eizelle sich einnisten kann. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Arzt und lassen Sie sich beraten.

Endometriose

Bei einer Endometriose wächst Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Sie kann die Eileiter verstopfen und damit eine Befruchtung verhindern. Endometriose kann auch der Grund für sehr starke oder sehr schmerzhafte Perioden sein. Sie kann medikamentös oder durch operatives Entfernen des überschüssigen Gewebes behandelt werden. Ihr Arzt kann Sie hierzu ausführlich beraten.

Ich leide an Endometriose und befürchte, dass ich vielleicht nicht schwanger werden kann. Ist das wahr?

Professor Bill Ledger, Fruchtbarkeitsspezialist

Viele Frauen mit leichter Endometriose können ganz normal schwanger werden, jedoch ist das Risiko von Fruchtbarkeitsstörungen bei diesen Frauen höher. Schwere Endometriose kann zu einer Schädigung der Eileiter und Eierstöcke führen, und Verklebungen, die mit einer Endometriose verbunden sein können, können die Eileiter blockieren. Ihre Frauenärztin bzw. Ihr Frauenarzt kann Sie über mögliche Vorgehensweisen in diesem Fall beraten. Wenn Sie an Endometriose leiden, sollten Sie nicht länger als ein paar Monate versuchen, schwanger zu werden, bevor Sie einen Arzt aufsuchen.


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Wie wird Unfruchtbarkeit diagnostiziert?

Wussten Sie, dass bis zu 50 % der Fälle, in denen Paare nicht schwanger werden können, zumindest zum Teil auf ein Problem beim Mann zurückzuführen sind?5 Es gibt drei Hauptursachen für die Beeinträchtigung der männlichen Fruchtbarkeit: eine geringe Spermienzahl oder schlechte Spermienqualität, eine erektile Dysfunktion und weitere seltenere Ursachen. Lesen Sie weiter, um nähere Informationen zu diesen Themen zu erhalten.

Geringe Spermienzahl oder schlechte Spermienqualität

Wenn die männliche Samenflüssigkeit nicht die gewöhnliche Spermienzahl aufweist, sind die Chancen, dass es zu einer Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium kommt, verringert. Ist die Spermienqualität schlecht, erreichen die Spermien möglicherweise nicht die Eizelle oder können nicht ihre Membran durchdringen, um die Eizelle zu befruchten.

Wenn die Temperatur der Hoden zu sehr ansteigt, kann die Spermienproduktion eingeschränkt sein. Das Tragen von lockerer Unterwäsche kann dazu beitragen, dass die Hoden nicht zu warm werden. Die Spermienzahl und -qualität kann durch einen einfachen Test, der bei Ihrem Arzt erhältlich ist, bestimmt werden.

Erektile Dysfunktion

Wenn ein Mann aufgrund körperlicher oder psychologischer Probleme keine Erektion bekommt oder diese nicht aufrechterhalten kann, fällt ihm der Geschlechtsverkehr möglicherweise schwer. Dieses Problem ist behandelbar, bitten Sie Ihren Arzt um weitere Informationen.

Weitere Faktoren

Zu den weniger verbreiteten Ursachen von Unfruchtbarkeit bei Männern zählen eine Blockade des Samenleiters, der die Spermien aus den Hoden weiterleitet, eine genetische Erkrankung, hormonelle Störungen oder weitere seltenere Erkrankungen. Ihr Arzt kann das Vorhandensein einer dieser Störungen durch Tests diagnostizieren.


Was kann das Risiko einer Unfruchtbarkeit erhöhen?

Es gibt weitere Faktoren, die die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen beeinträchtigen können.

Konsum von Alkohol

Sowohl die Fruchtbarkeit von Frauen als auch von Männern kann durch einen zu hohen Alkoholkonsum beeinträchtigt werden. Eine Verringerung der von Ihnen konsumierten Alkoholmenge kann Ihre Chancen erhöhen, schwanger zu werden. Beachten Sie außerdem, dass Alkoholkonsum während einer Schwangerschaft zu Gesundheitsschäden beim Baby führen kann. Wenn Sie also ein Kind bekommen möchten, ist es sinnvoll, den Alkoholkonsum schon jetzt deutlich zu verringern (oder ganz einzustellen), denn Sie wissen ja nicht genau, wann Sie schwanger werden.

Rauchen

Im Vergleich zu Nichtrauchern können Raucher eine geringere Spermienzahl und/oder eine höhere Zahl abnormer Spermien aufweisen. Bei Frauen kann sich der Tabakkonsum auf die Fruchtbarkeit auswirken und eine frühe Menopause auslösen. Außerdem kann das Risiko einer Fehlgeburt und vorzeitiger Wehen hierdurch erhöht werden. Rauchen ist schädlich für die Gesundheit Ihres ungeborenen Kindes, deshalb sollten Sie unbedingt mit dem Rauchen aufhören, bevor Sie schwanger werden.

Sowohl Sie als auch Ihr Partner sollten versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn Sie schwanger werden möchten.

Freizeitdrogen

Heutzutage werden viele verschiedene Freizeit- und illegale Drogen konsumiert und die Auswirkungen dieser Drogen auf die Fruchtbarkeit sind nicht ausreichend untersucht. Da viele Drogen schädliche Auswirkungen auf das sich entwickelnde Baby haben können, sollten Sie keine Freizeitdrogen mehr konsumieren, wenn Sie versuchen, schwanger zu werden (wenn sie illegal sind, sollten Sie sie natürlich sofort absetzen!).

Bodybuilding und Dopingmittel

Einige Bodybuilder nehmen möglicherweise Dopingmittel, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, wie: 

  • Testosteron. Die zusätzliche Einnahme von Testosteron (auch bekannt als Testosteronersatz) kann die Spermienproduktion negativ beeinflussen. Die Einnahme von Testosteron signalisiert den Hoden, mehr Testosteron zu produzieren, und die Spermienproduktion wird blockiert. Außerdem wird auch die natürliche Bildung von Testosteron gestoppt, wodurch der Spiegel in den Hoden stark abfällt und zu niedrig ist, um eine starke Spermienproduktion zu unterstützen. Die gute Nachricht ist, dass dies durch Absetzen des Testosterons rückgängig gemacht werden kann, aber es kann 6 bis 12 Monate dauern, bis die Spermienproduktion wieder normal ist.  
  • Anabole Steroide. Wie bei der zusätzlichen Einnahme von Testosteron können Anabolika die für die Spermienproduktion erforderlichen Hormonsignale stören. Der Schaden hängt vom eingenommenen Mittel, der Dosis und der Dauer der Einnahme ab. Glücklicherweise setzt bei Männer innerhalb von 3 bis 12 Monaten nach dem Absetzen des Mittels die Spermienproduktion wieder ein.
     

Gewicht

Über- oder Untergewicht kann Ihren Menstruationszyklus verändern und die Chancen einer Schwangerschaft verringern. Übergewichtige Männer haben eine niedrige Spermienzahl und eine schlechtere Spermienqualität. 

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer medizinischen Fachkraft über Ihr Idealgewicht und gegebenenfalls über Möglichkeiten der Gewichtszunahme bzw. -abnahme.

Medikamente

Wenn Sie oder Ihr Partner Arzneimittel einnehmen, klären Sie mit Ihrem Arzt ab, ob diese Medikamente Ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnten. Sollten diese Medikamente jedoch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Alternativen es gibt.

Gleitmittel

Bestimmte vaginale Gleitmittel, Gleitmittel mit spermienunfreundlichen Inhaltsstoffen, die beim Geschlechtsverkehr verwendet werden, um die vaginale Trockenheit zu bekämpfen, können die Beweglichkeit der Spermien behindern, was die Chancen auf eine Empfängnis beeinträchtigen kann.

Vaginale Trockenheit ist stärker verbreitet als man zunächst annehmen könnte. Eine in 11 Ländern mit 6.500 Frauen durchgeführte Studie hat ergeben, dass bis zu 18 % der Frauen zwischen 18 und 34 Jahren immer oder häufig unter vaginaler Trockenheit leiden.6 Wenn Sie versuchen, schwanger zu werden, kann sich die vaginale Trockenheit durch den tendenziell häufigeren Geschlechtsverkehr noch verschlimmern. 

Einige der gebräuchlichsten Gleitmittel können negative Auswirkungen auf Spermien haben, daher kann die Verwendung eines solchen Gleitmittels die Chancen verringern, schwanger zu werden. Spermienfreundliche Gleitmittel sind im Handel erhältlich.

Alter

Eine Frau verfügt bei ihrer Geburt über genügend Eizellen, die für ihr ganzes Leben ausreichen. Die Anzahl der Eizellen nimmt mit dem Alter allmählich ab. Nach dem 38. bis 40. Lebensjahr steigt dieser Rückgang und die Qualität der Eizellen nimmt ab. 

Wenn Sie älter als 35 Jahre sind, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn sich nach etwa sechs Monaten noch keine Schwangerschaft eingestellt hat. Wenn Sie über 40 Jahre alt sind und schwanger werden möchten, lassen Sie sich direkt von Ihrem Arzt beraten. 

Ungeklärte Unfruchtbarkeit

Manchmal weisen alle klinischen Tests normale Werte auf und Sie werden trotzdem nicht schwanger, obwohl Sie es bereits mehrere Jahre versuchen. Eine solche Situation kann sehr frustrierend und belastend sein, da es keine offensichtliche Ursache dafür gibt, die behandelt werden könnte. 

Im Vereinigten Königreich leidet etwa 1 von 4 Paaren an ungeklärter Unfruchtbarkeit. Wenn eine Frau ungeklärt unfruchtbar ist und nach zwei Jahren regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs immer noch nicht schwanger werden konnte, sollte ihr eine In-vitro-Fertilisation angeboten werden7.  

Mein Mann Joel und ich hatten viele Monate lang erfolglos versucht, schwanger zu werden. Wir haben es mit den Apps versucht und sogar den Smiley vom Clearblue Ovulationstest angezeigt bekommen, aber wir hatten einfach kein Glück.
Nach Monaten des Wartens, der Frustration und der Hoffnung haben wir am ersten Tag des Lockdowns in New York schließlich den Test gemacht. Wir waren schwanger!! Alles geschieht aus einem bestimmten Grund und zu einer bestimmten Zeit.
Danke, Clearblue

Madison, USA (2020) – Weitere Geschichten unter #Kinderwunsch 
 

Wie wird Unfruchtbarkeit diagnostiziert?

Ihr Arzt wird Sie möglicherweise körperlich untersuchen, Sie über Ihre Lebensweise befragen, die von Ihnen eingenommenen Medikamente erfragen, mit Ihnen darüber sprechen, wie oft und wann Sie Geschlechtsverkehr haben, und Sie nach anderen Faktoren fragen, die Ihre Fruchtbarkeit beeinflussen könnten.

Ihr Arzt untersucht gegebenenfalls auch Folgendes: 

  • Ob Sie einen gesunden Body-Mass-Index (BMI) haben. 
  • Wenn Sie eine Frau sind, Untersuchung Ihres Beckenbereich auf Knoten oder Empfindlichkeit, die ein Symptom für andere gesundheitliche Probleme wie Endometriose, Myome oder andere Erkrankungen sein könnten, die Unfruchtbarkeit verursachen können. 
  • Wenn Sie ein Mann sind, Untersuchung der Hoden auf eventuelle Knoten, des Penis hinsichtlich Form und Struktur sowie Feststellung etwaiger Anomalien. 

Danach kann Ihr Arzt Ihnen bestimmte Tests verschreiben oder Sie an einen Fruchtbarkeitsspezialisten überweisen, um die Ursache der Unfruchtbarkeit zu diagnostizieren und zu bestimmen. 

Fruchtbarkeitsuntersuchungen für Frauen

Ihr Arzt kann eine Reihe von Untersuchungen anbieten, um Unfruchtbarkeit oder Störungen der Fruchtbarkeit festzustellen. Dazu gehören: 

  • Blutuntersuchungen. Ein Bluttest kann den Spiegel des Hormons Progesteron bestimmen, anhand dessen der Arzt feststellen kann, ob Sie einen Eisprung haben. Wenn Sie eine unregelmäßige Periode haben, wird Ihnen möglicherweise eine weitere Untersuchung angeboten, um die Werte Ihrer Gonadotropin-Hormone zu messen, die die Eierstöcke zur Eizellproduktion anregen.  
  • Chlamydientest. Dabei wird auf eine Chlamydieninfektion (eine Geschlechtskrankheit) untersucht, die Unfruchtbarkeit hervorrufen kann. 
  • Ultraschalluntersuchung. Mit einer Ultraschalluntersuchung können die Eierstöcke, die Gebärmutter und die Eileiter untersucht werden, um festzustellen, ob bei Ihnen Erkrankungen vorliegen, die eine Schwangerschaft verhindern können (z. B. Myome oder Endometriose), oder um nach einer Blockade der Eileiter zu suchen. 
  • Röntgenuntersuchung. Eine Röntgenaufnahme der Gebärmutter oder der Eileiter nach der Injektion eines speziellen Farbstoffs, auch Hysterosalpingogramm genannt, kann ebenso dazu dienen, Blockaden in den Eileitern zu erkennen. 
  • Laparoskopie. Dabei handelt es sich um eine Art Schlüsselloch-Chirurgie, bei der ein dünner Schlauch mit einer Kamera eingeführt wird, um die Gebärmutter, die Eileiter und die Eierstöcke zu untersuchen. Diese Art von Untersuchung wird nur durchgeführt, wenn Sie in der Vergangenheit an einer Beckenentzündung erkrankt sind oder andere Untersuchungen eine mögliche Blockade der Eileiter ergeben haben.

Fruchtbarkeitsuntersuchungen für Männer

Wenn der Verdacht besteht, dass bei einem Mann eine Fruchtbarkeitsstörung vorliegt, kann der Arzt z. B. folgende Untersuchungen empfehlen: 

  • Spermienanalyse. Die Hauptursache für Unfruchtbarkeit bei Männern ist eine niedrige Spermienzahl oder eine schlechte Spermienqualität, d. h. die Beweglichkeit der Spermien (Spermienmotilität) ist nicht ausreichend. Eine Spermienanalyse kann dem Arzt helfen, besser zu verstehen, welche Probleme möglicherweise vorliegen.
  • Chlamydientest. Chlamydien können auch die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen. 

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten bei Unfruchtbarkeit?

Die mögliche Behandlung bei Unfruchtbarkeit hängt von der jeweiligen Ursache ab. Ihr Arzt kann Ihnen je nach Ihrer persönlichen Situation mitteilen, ob Ihre Unfruchtbarkeit behandelt werden kann.  Möglicherweise werden Ihnen auch weitere Informationen über Alternativen wie ART (assistierte Reproduktionstechnologie) angeboten. 

Was ist sekundäre Unfruchtbarkeit? 

Von sekundärer Unfruchtbarkeit spricht man, wenn eine Frau Schwierigkeiten hat, schwanger zu werden, obwohl sie bereits ein Kind geboren hat. Die Unfruchtbarkeit kann von beiden Partnern ausgehen. Viele Ursachen der sekundären Unfruchtbarkeit überschneiden sich mit denen der primären Unfruchtbarkeit. Einige der häufigsten Ursachen sind jedoch folgende: 

  • Beeinträchtigte Spermienproduktion beim Mann
  • Geschädigte Eileiter
  • Ovulationsstörungen 
  • Endometriose 
  • Gebärmuttererkrankungen 
  • Komplikationen im Zusammenhang mit einer früheren Schwangerschaft oder einer Unterleibsoperation 
  • Veränderte Risikofaktoren bei Ihnen oder Ihrem Partner, z. B. Alter, übermäßige Gewichtszunahme oder -abnahme oder eine Geschlechtskrankheit wie Chlamydien 
  • Bestimmte Medikamente 

FAQs über Unfruchtbarkeit

Häufig gestellte Fragen

Was kann Unfruchtbarkeit bei einer Frau verursachen?

Es gibt verschiedene mögliche Ursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen, aber die häufigste ist die Anovulation (wenn kein Eisprung stattfindet). Andere mögliche Ursachen können eine Chlamydieninfektion, PCOS oder eine Blockade der Eileiter sein. Auch das Alter ist ein weiterer Faktor, denn Frauen, die der Menopause zusteuern, haben möglicherweise Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

Kann man ein Baby bekommen, wenn man unfruchtbar ist?

Das hängt von der Ursache der Unfruchtbarkeit ab. Viele unfruchtbare Paare werden auch ohne Behandlung schwanger. So sind nach einer zweijährigen Versuchszeit etwa 95 % der Paare erfolgreich8.

In einigen Fällen ist es jedoch nicht möglich, ohne ART oder eine andere Form der Behandlung schwanger zu werden.

Wie kann man feststellen, ob eine Frau unfruchtbar ist?

Wenn eine Frau eine ungewöhnlich kurze oder lange Periode hat oder diese unregelmäßig ist oder ausbleibt, kann es sein, dass sie keinen Eisprung hat, wobei dies eine der Hauptursachen für Unfruchtbarkeit ist.

Wann sollte ich mir Sorgen über Unfruchtbarkeit machen?

Wenn Sie seit über einem Jahr versuchen, schwanger zu werden, oder seit 6 Monaten, wenn Sie älter als 35 sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Wie kann ich meine Fruchtbarkeit testen?

Wenn Sie befürchten, unfruchtbar zu sein, kann Ihr Arzt bestimmte Tests und Untersuchungen empfehlen, um Störungen zu diagnostizieren oder auszuschließen.

Das Wesentliche

Wenn Sie sich seit einiger Zeit um ein Baby bemühen und nicht schwanger geworden sind, ist es nur natürlich, dass Sie vielleicht vermuten, unfruchtbar zu sein. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es viele Paare gibt, die ein Jahr lang versuchen, schwanger zu werden, und die schließlich eine gesunde Schwangerschaft erleben. Wenn Sie es jedoch schon länger als ein Jahr versuchen, ist es möglich, dass einige Probleme vorliegen, die Unfruchtbarkeit verursachen.   

Unfruchtbarkeit – der Versuch, über ein Jahr lang schwanger zu werden – ist ebenfalls häufiger, als Sie vielleicht denken. Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen für Unfruchtbarkeit, und sie kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, kann das einfach daran liegen, dass Sie den Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr falsch gewählt haben, aber es kann auch etwas vorliegen, das eine Behandlung erfordert. Glücklicherweise gibt es für Paare, die versuchen, schwanger zu werden, viele Möglichkeiten wie bestimmte Behandlungen oder sogar ART, die es ihnen ermöglichen, gesunde und glückliche Babys zu bekommen. Wenn Sie sich Sorgen über eine mögliche Unfruchtbarkeit machen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. 

  1. https://www.britishfertilitysociety.org.uk/fei/what-is-infertility/ (Zugriff im April 2021)
  2. Johnson SR., et al. Hum. Repro. (2011) 26: i236
  3. Hambridge HL et al. Human Reproduction. (2013) 28: 1687–1694
  4. NHS. Polycystic ovary syndrome.(Zugriff im April 2021)
  5. Kumar n, et al. Journal of human reproductive sciences (2015) 8(4)
  6. Leiblum SR., et al. J Sex Med. (2009) 6: 2425–2433.
  7. https://www.nhs.uk/conditions/infertility/ (Zugriff im April 2021)
  8. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/female-infertility/symptoms-causes/syc-20354308 (Zugriff im April 2021)

Mythen oder Fakten?

Fruchtbarkeit – Mythen und Fakten

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