Clearblue Beraterinnen und Berater beantworten die häufigsten Fragen zum Thema Fortpflanzung und reproduktive Gesundheit, um ein besseres Verständnis des eigenen Körpers zu ermöglichen.

Bei Clearblue arbeiten wir aktiv mit einer Reihe von Schwangerschafts- und Fruchtbarkeitsexpertinnen und -experten auf der ganzen Welt zusammen, um unser Anliegen zu unterstützen, so vielen Frauen wie möglich bessere Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft zu bieten. Unsere Expertinnen und Experten sind alle renommierte Vertreter ihrer jeweiligen Fachgebiete und spezialisiert auf Bereiche wie zum Beispiel unterstützte Fortpflanzung, Fruchtbarkeit und Frühschwangerschaft. Sie stellen Ihnen hier ihr umfassendes Wissen zur Verfügung, um zu einem besseren Verständnis der Fortpflanzung und Fruchtbarkeit beizutragen.


Frau Dr. Foth – Fragen und Antworten

Frau Dr. Foth

PD Dr. med. Dolores Foth

Fachärztin für gynäkologische Endokrinologie, Reproduktionsmedizin und Labormedizin am MVZ PAN INSTITUT Köln.

 


  • 1. Wann genau sind meine fruchtbaren Tage?

    Sobald ein Paar plant, eine Familie zu gründen, gibt es natürlich viele Dinge, die man tun kann und bedenken sollte. Wichtig ist zum Beispiel, den Zyklus der Frau zu beobachten, um so die fruchtbaren Tage um den Eisprung herum zu identifizieren. Dazu gibt es verschiedene Methoden, wie die Basaltemperaturmethode oder die Billings-Methode. Mithilfe von Ovulationstests oder Hormoncomputern – wie zum Beispiel von Clearblue – lässt sich der Eisprung relativ einfach und sicher ermitteln, denn sie bestimmen die Fruchtbarkeitshormone Estradiol und das luteinisierende Hormon im Urin. Wenn also deren Anstiege gemessen werden, die dem Eisprung vorausgehen, ist das Timing zum Schwangerwerden günstig.


  • 2. Wie lange dauert es, wenn ich vorher hormonell verhütet habe?

    Frauen, die die Pille absetzen, werden genauso schnell schwanger wie Frauen, die nicht die Pille genommen haben. Wenn eine Frau jedoch wegen Hormonstörungen die Pille genommen hat, kann diese Störung nach dem Absetzen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.


  • 3. Kann ich meine Fruchtbarkeit steigern?

    Regelmäßige Bewegung ist gesund, entspannt und hat deshalb positive Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Dies gilt vor allem für übergewichtige Frauen: Untersuchungen zeigen, dass übergewichtige Frauen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöhen können, wenn sie zehn Prozent ihres Körpergewichts abnehmen. Untergewicht ist allerdings auch nicht förderlich. Und natürlich sollte das Bewegungsprogramm immer mit einer bewussten, gesunden Ernährung einhergehen.


  • 4. Was sollte ich vermeiden?

    Stress und Nikotin sind immer eine Belastung für den Körper. Wenn man schwanger werden möchte, ist es umso empfehlenswerter, beides möglichst aus seinem Leben auszuklammern. Dass Über- und Untergewicht nicht förderlich sind, Sport dafür sehr gesund ist, wissen die meisten. Aber dass Hochleistungs- und Extremsport vorübergehend die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können – im Übrigen auch bei Männern (!) – ist vielen neu. Und noch ein Hinweis, der sich direkt auf den Liebesakt bezieht: Gleitgel kann ebenfalls Schwangerschaften verhindern. Viele Gleitmittel sind auf das leicht saure Scheidenmilieu eingestellt, das an den unfruchtbaren Tagen vorherrscht und den Spermien nicht gut bekommt. Deshalb sollte man darauf achten, an den fruchtbaren Tagen ein Gleitgel zu verwenden, das einen spermienfreundlichen pH-Wert von ca. 7,2 hat.


  • 5. Was macht sein Sperma besser?

    Auch für den Mann gilt, dass ein gesunder Lebenswandel, vor allem der Verzicht auf Nikotin, förderlich bei der Kinderwunschplanung ist – sprich: Ein gesunder Lebenswandel hilft, die Qualität des Spermas zu verbessern. Die Fruchtbarkeit kann hingegen verringert werden, wenn die Hoden über einen längeren Zeitraum überhitzt werden. Auf Saunagänge muss bei Kinderwunsch aber trotzdem nicht verzichtet werden. Gleiches gilt auch fürs Radfahren.


  • 6. Kann ich in bestimmten Sexstellungen leichter schwanger werden?

    Das mag für manche Männer das Argument für außergewöhnliche Stellungen sein. Aber es ist nicht bewiesen, dass die Stellung tatsächlich einen Einfluss darauf hat, ob und wie schnell eine Frau schwanger wird. Wichtiger als eine bestimmte Technik sind Freude und Lust an der gemeinsamen Sexualität und dem „Projekt“ Kind.


  • 7. Bringt es etwas, nach dem Sex die Beine nach oben zu legen?

    (lacht) Viele Frauen glauben, dass ein Kopfstand nach dem Sex die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, steigert. Es gibt aber bis jetzt keinerlei Belege dafür, dass die Spermien irgendwelche akrobatischen Übungen nötig hätten.


  • 8. Kann ich das Geschlecht meines Babys beeinflussen?

    Es existiert der Mythos, dass in kühleren Monaten mehr Mädchen gezeugt werden, in wärmeren mehr Jungs. Es scheint einen Zusammenhang zwischen Temperatur und Geschlecht zu geben – doch welcher genau, ist unklar. Dem italienischen Forscher Angelo Cagnacci nach zu urteilen, begünstigt eine Zeugung in den Monaten März bis Mai die Geburt eines Mädchens, während eine Empfängnis im Herbst eher zu einem Jungen führe. Eine amerikanische Biologin hat die Geburtenraten verschiedener Länder verglichen und in tropischen Ländern einen Mädchenüberschuss festgestellt. Doch allen sollte klar sein, dass dies keine wissenschaftlich stichhaltigen Erkenntnisse sind: Eine Garantie auf ein bestimmtes Geschlecht bietet der Zeugungsmonat nicht!


  • 9. Ab wann kann ich einen Schwangerschaftstest machen?

    Sobald Frau merkt, dass sich die Periode verspätet bzw. ausbleibt, also quasi ab dem ersten Tag, an dem die Periode normalerweise auftreten müsste, lohnt es sich, einen Schwangerschaftstest zu machen. Es gibt auch Frühtests, aber diese sind sehr unsicher. Wer keine Lust hat, Linien zu interpretieren, dem kann ich digitale Schwangerschaftstests empfehlen: Auf deren Monitor kann Frau ganz einfach ablesen, ob sie schwanger ist oder nicht.


  • 10. Der Test ist positiv, was nun?

    Wenn es endlich soweit ist und der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis zeigt, empfiehlt es sich, einen Termin bei seinem Frauenarzt zu machen, um dort die Schwangerschaft bestätigen zu lassen – und sich natürlich seinen Mutterpass abzuholen.


Bill Ledger – Babyplanung – Fragen und Antworten

Bill Ledger


  • Warum wird bei Kinderwunsch die Einnahme von Folsäure empfohlen?

    Es gibt gute Belege dafür, dass das Risiko von Neuralrohrdefekten des Babys (wie zum Beispiel Spina bifida) deutlich geringer ist, wenn zum Zeitpunkt der Empfängnis ausreichend Folsäure im Blut vorhanden ist. Nach Empfehlungen der Gesundheitsbehörden von Großbritannien, der USA und anderer Länder sollten gesunde Frauen täglich 0,4 oder 0,5 mg Folsäure zu sich nehmen (diese ist in vielen Vitaminpräparaten zur Schwangerschaftsvorbereitung enthalten). Bei Frauen mit Risikofaktoren für einen beeinträchtigten Folsäurestoffwechsel, wie zum Beispiel Frauen, die Antiepileptika einnehmen oder Frauen mit MTHFR-Genmutationen, wird die Einnahme von 5,0 mg pro Tag empfohlen. Wichtig ist, dass die Folsäure bereits vor der Befruchtung in der Eizelle vorhanden ist.

  • Sollte ich bei Kinderwunsch bestimmte Nahrungsmittel vermeiden?

    Die meisten Nahrungsmittel sind während der Schwangerschaft völlig unbedenklich. Es ist wichtig, während der Schwangerschaft eine ausgeglichene, gesunde Ernährungsweise zu befolgen, die aus angemessenen Mengen der verschiedenen Nahrungsmittelkategorien besteht. Zurzeit bestehen Bedenken bezüglich Infektionen mit Listerien, die durch nicht pasteurisierte und rohe Nahrungsmittel übertragen werden können. Dazu gehören nicht pasteurisierte Milch, Weichkäse, Fertigsalate (zum Beispiel aus Salatbuffets), nicht gewaschenes rohes Gemüse, Pasteten und Leberwurst, kaltes Hühnchen und verzehrfertig geschnittenes Obst sowie Obstsalate. Zur Vorbeugung gegen Listeriose sollten Sie diese Nahrungsmittel mit hohem Infektionsrisiko vermeiden und folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten: rohe Nahrungsmittel tierischen Ursprungs (wie zum Beispiel Rind-, Lamm-, Schweinefleisch oder Geflügel) ausreichend lange gar kochen, rohes Fleisch getrennt von Gemüse, gekochten und verzehrfertigen Nahrungsmitteln aufbewahren und zubereiten und rohes Gemüse, sowie Obst vor dem Verzehr gründlich waschen.

  • Ich hatte vor kurzem eine Fehlgeburt. Ab wann kann ich wieder versuchen, schwanger zu werden?

    In der Vergangenheit wurde von Gynäkologen empfohlen, dass eine Frau nach einer Fehlgeburt bis zu den nächsten Empfängnisversuchen mindestens drei Monate warten sollte. Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass die Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft unverändert sind, wenn Sie es direkt nach der ersten normalen Periode nach der Fehlgeburt wieder versuchen. Länger zu warten bringt keine Vorteile, und viele Frauen möchten die Versuche fortsetzen, sobald keine gesundheitlichen Bedenken mehr bestehen. Sie sollten sich jedoch mit der Frage auseinandersetzen, ob Sie sich auch in psychologischer Hinsicht bereit fühlen. Es ist gesund und normal, die verlorene Schwangerschaft zu betrauern, und nicht jede Frau möchte sofort wieder schwanger werden.

  • Bei mir wurde ein polyzystisches Ovarialsyndrom diagnostiziert. Erschwert dies die Empfängnis, und wenn ja, warum?

    Bei Frauen mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom kommt es häufig nicht oder nicht regelmäßig zu einem Eisprung. Diese Frauen haben ihre Periode in unregelmäßigen oder größeren Abständen. Wenn kein Eisprung stattfindet, wird die Eizelle nicht aus dem Eierstock ausgestoßen und gelangt somit auch nicht in den Eileiter, wo sie normalerweise befruchtet werden könnte, um sich anschließend in der Gebärmutter einzunisten.

    Für die Anovulation (d. h. für Zyklen ohne Eisprung) beim polyzystischen Ovarialsyndrom stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Tabletten mit dem Wirkstoff Clomifen (Clomid) sowie die Injektion von fruchtbarkeitsfördernden Medikamenten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Sie entsprechend beraten und an eine Spezialklinik überweisen.

  • Sollte man bei Kinderwunsch häufiger Geschlechtsverkehr haben als sonst? Kann zu häufiger Geschlechtsverkehr die Qualität oder Quantität des Spermas beeinträchtigen?

    Spermien, die zu lange in den Hoden verbleiben, weisen vermehrt DNA-Schäden auf und sind weniger befruchtungsfähig. Bei Paaren, die häufig (täglich) Geschlechtsverkehr haben, kommt es pro Ejakulation zu einer geringeren Spermienzahl, wobei die Spermien allerdings befruchtungsfähiger sind. Wenn Sie schwanger werden möchten, sollten Sie in der Eisprungphase nach Möglichkeit mindestens jeden zweiten Tag Geschlechtsverkehr haben.

    Die Clearblue Ovulationstests können dabei hilfreich sein. Wenn Sie häufiger Geschlechtsverkehr haben möchten, schadet dies nicht. Es ist allerdings auch wichtig, Stress zu vermeiden. Wenn Sie also lieber seltener Geschlechtsverkehr haben, versuchen Sie es einfach nur zu dieser Zeit des Monats vermehrt.

  • Wie lange sollte ich nach meiner letzten Schwangerschaft bis zum nächsten Empfängnisversuch warten?

    Es versteht sich von selbst, dass für Babys in den ersten Lebensmonaten die Zeit mit beiden Eltern wichtig ist – sowohl das körperliche Nähren beim Stillen als auch die Förderung und Bindung, die gerade in den ersten Monaten nach der Geburt von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung des Babys sind. Bei vielen Frauen, die stillen, kommt es nach der Geburt zu einer Pause, bevor die Menstruation wieder einsetzt. Dies ist jedoch nicht als Verhütungsmethode geeignet.

    Überlegen Sie auch sorgfältig, wie viele Kinder Sie haben möchten, und beachten Sie dabei Ihr Alter. Das Alter des Paares – insbesondere der Frau – wirkt sich maßgeblich auf die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Schwangerschaft aus. Wenn die Frau über 35 ist oder aus einer Familie mit früher Menopause stammt, sollte mit den erneuten Empfängnisversuchen eher früher wieder begonnen werden. Dasselbe gilt, wenn der Mann über 45 ist.

  • Kann es während eines Zyklus zu mehr als einem Eisprung kommen?

    Ja, das Auftreten von zwei Eisprüngen ist möglich; dies geschieht jedoch in der Regel ungefähr in derselben Zyklusphase. Auf diese Weise kommt es zu Schwangerschaften mit zweieiigen Zwillingen – wenn zwei separate Eizellen den Eierstock verlassen. Dies kommt bei Frauen über 35 häufiger vor, was einer der Gründe dafür ist, dass ältere Frauen häufiger Zwillinge bekommen. (Der andere Grund besteht darin, dass viele IVF-Kliniken bei älteren Patientinnen zwei Embryos in die Gebärmutter übertragen, während bei Frauen unter 40 im Allgemeinen ein Embryo übertragen wird.)

  • Können bestimmte Stellungen beim Sex die Chancen auf eine Empfängnis erhöhen?

    Dies ist höchstwahrscheinlich ein Ammenmärchen. Viele Frauen stellen fest, dass der Samen nach dem Geschlechtsverkehr aus der Scheide herausläuft und legen sich daher nach dem Sex auf ein Kissen oder legen die Beine hoch. Bei diesem Ausfluss handelt es sich jedoch nur um die Samenflüssigkeit. Die beweglichen Spermien dringen sehr schnell in den Zervixschleim ein, sodass Sie sich wegen dieses „Rückflusses“ keine Sorgen machen müssen.

  • Ist es wahr, dass das Liegen mit erhobenen Beinen für 30 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöht?

    Wahrscheinlich nicht. Siehe oben – wenn es passiert, dann passiert es, und das Liegen in ungewöhnlichen Positionen macht keinen Unterschied.

  • Ich leide an Endometriose und befürchte, dass ich vielleicht nicht schwanger werden kann. Ist das wahr?

    Viele Frauen mit einer leichten Endometriose werden problemlos schwanger, wenngleich die Wahrscheinlichkeit einer Subfertilität selbst bei den leichten Fällen höher ist als beim Altersdurchschnitt. Schwere Endometriose kann zu einer Beeinträchtigung der Eileiter- und Eierstockfunktion führen, und die manchmal mit der Endometriose verbundenen Verklebungen können die Eileiter blockieren. Ihre Frauenärztin bzw. Ihr Frauenarzt kann Sie über mögliche Vorgehensweisen in diesem Fall beraten. Nach einigen Monaten ohne Erfolg sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat einholen.

  • Wir wünschen uns ein Baby. Gibt es außer Folsäure noch andere hilfreiche Nahrungsergänzungsmittel für Frauen?

    Folsäure ist am wichtigsten. Es lohnt sich jedoch auch, Ihren Vitamin-D-Spiegel prüfen zu lassen und bei Vitamin-D-Mangel (der bei vielen Menschen vorliegt) ein entsprechendes Vitaminpräparat einzunehmen. Wenn Sie wenig rotes Fleisch essen, benötigen Sie möglicherweise ein Eisenpräparat, und bei veganer Ernährung sollten unter Umständen weitere Nahrungsergänzungsmittel in Betracht gezogen werden. Allerdings ist der Verkauf von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln an Frauen, die schwanger werden möchten, ein großes Geschäft, und es gibt nicht viele Belege dafür, dass gesunde junge Menschen, die sich ausgewogen ernähren, all diese Präparate benötigen.

  • Wir wünschen uns ein Baby. Gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die mein Partner einnehmen sollte?

    Dies ist nur der Fall, wenn Ihr Partner bestimmte gesundheitliche Probleme hat oder eine spezielle Ernährungsweise befolgt. Wenn Sie schon seit einer Weile versuchen, schwanger zu werden, können Sie gegebenenfalls Ihren Arzt bitten, die Spermienzahl Ihres Partners zu untersuchen. Wenn diese im Normalbereich liegt, müssen Sie sich über die Ernährung keine Gedanken machen. Hören Sie auf zu rauchen, trinken Sie Alkohol in Maßen und nicht mehr als zwei- bis dreimal pro Woche, achten Sie auf ein normales Gewicht im Verhältnis zu Ihrer Körpergröße (ohne jedoch zu viel abzunehmen), und genießen Sie Ihr Liebesleben.